Briefmarken / Berlin
Auf dem Messegelände in
Berlin findet von zehnten bis zwölften Oktober diesen Jahres
die internationale Briefmarken-Börse statt. Bei diesem
Wettbewerbe können Sammler ihre Exponate einer breiten
Öffentlichkeit präsentieren. In Wettbewerben werden einzelne
Sammler und Vereine in verschiedenen Wertungen durch eine Jury
gekürt. Leidenschaftliche Sammler von Briefmarken werden diesen
Herbst also kaum an einem Besuch in der Landeshauptstadt
vorbeikommen (Plastische Chirurgie Berlin).
Berlin ist, aus deutscher
Sicht, auch ein mehr als geeigneter Austragungsort der
internationalen Briefmarken-Börse. Immerhin standen Monument
und Persönlichkeiten aus der Hauptstadt schon bei einigen
Briefmarken Pate, die unter Sammlern sehr begehrt sind. Das
Brandenburger Tor war schon auf etlichen Briefmarken
abgebildet. Ebenso prominent sind auch der Berliner Reichstag
und das Olympiastadion.
Das Sammeln von Briefmarken
ist eine der verbreitetesten Sammelleidenschaften in
Deutschland. Man geht von etwa drei Millionen Sammlern aus.
Zudem gibt es kaum einen älteren Sammelgegenstand, wie die
Briefmarke. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts etablierten sich
Briefmarken als Sammelobjekt. Zunächst waren es natürlich
Kinder, die mit wachsender Begeisterung ihrer
Sammelleidenschaft frönten und Briefmarken in ihre Alben
klebten. Heutzutage werden Briefmarken von jung und alt
gesammelt. Man kann durchaus sagen, dass Briefmarken so etwas
wie die Königsdisziplin unter Sammlern darstellen.
Kein Wunder! So gibt es die
ersten Briefmarken bereits seit 1840! Die Briefmarke schaut
also auf eine lange Geschichte zurück. Es war im Jahre 1837,
als Sir Rowland Hill auf die Idee der Briefmarken kam. Damit
schuf er ein Zahlungsmittel, eigenes für den Postverkehr. Bis
dahin war es immer so geregelt, dass “porto“ oder “franco“
bezahlt wurde. Bei porto übernahm der Absender die Kosten, bei
franco musste der Empfänger zahlen. Wenn dieser Letzteres
verweigerte, dann wurde der Brief eben wieder retour an den
Absender geschickt. Es gab also stets die Streitfrage: „Wer
zahlt?“. Zumal das verschicken von Briefen eine bisweilen recht
teure Angelegenheit werden konnte. Denn damals wurde der Preis
anhand der geschätzten Distanz zwischen Absender und Empfänger,
sowie der Anzahl der zu verschickenden Papierbögen berechnet.
Es war also eine recht abenteuerliche
Preiskalkulation.
Die segensreiche Erfindung
des Sir Rowland Hill schaffte also gleich in zweierlei Hinsicht
Abhilfe. Zum einen wurde der Zahlungsverkehr geregelt (der
Absender zahlte von nun an immer) und es wurde eine
Gebührensystem für die Versendung von Briefen eingeführt,
wodurch die abenteuerliche Rechnerei entfiel. Im Mai 1840
erschien dann die erste Briefmarke überhaupt: Die “One Penny
Black“. Sie wurde vom Profil der Queen geziert. Selbige Queen –
nämlich Königin Victoria – ehrte Sir Rowland Hill daraufhin mit
dem Amt des Generalpostmeisters. Die Idee der Briefmarke
verbreitete sich daraufhin in den folgenden Jahrzehnten
weltweit.
Heutzutage geht die Tendenz
dahin, dass Briefmarken mehr Sammelobjekt als Frankaturwert
sind. Immer häufiger wird an Stelle von Briefmarken mit
Barcodes oder Poststempeln gearbeitet. Dadurch geht der
eigentliche Bestimmungszweck der Briefmarken verloren. Ob das
bedeutet, dass schon bald gar keine Briefmarken mehr gedruckt
werden? Man will es – schon allein den drei Millionen Sammlern
in Deutschland zuliebe – nicht hoffen. Aber auch wenn die
Bedeutung der Briefmarken als Zahlungsmittel im Briefverkehr
schwindet, so sind Briefmarken (oder viel mehr ihre Motive) für
viele Länder bereits ein Bestandteil des Kulturgutes und
insofern mit Münzprägungen vergleichbar. Deswegen kann man
guten Mutes sein, dass Briefmarken auch weiterhin – und sei es
nur zu bedeutenden Anlässen – gedruckt werden. Dann vielleicht
auch wieder mit schönen Motiven von Berlin! (facelift)
|